Bürgerinformationssystem
![]() |
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Zu diesem Thema begrüßt die Ausschussvorsitzende Herrn Decker, den Geschäftsführer des Jugendhilfeträgers „Decker Sozialraum Management GmbH“. Bei diesem Pilotprojekt handelt es sich um ein Vorreiterprojekt zur frühen Integration unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Es geht darum, diesem Personenkreis Schule und Berufsvorbereitung von Anfang an zukommen zu lassen. Derzeit erhalten Flüchtlingskinder zwischen 12 und 18 Jahren schon während des laufenden Verfahrens zur Klärung ihres Hilfsbedarfs an wöchentlich drei Tagen in einer internationalen Förderklasse jeweils drei Stunden qualifizierten Deutschunterricht. An zwei Tagen sollen die Jugendlichen, die mehrheitlich aus Syrien oder Afghanistan entstammen, zudem künftig in einem Praktikum erste Erfahrungen in der Berufswelt in Deutschland machen. Normalerweise beginnt der schulische Unterricht für diesen Personenkreis erst nach Klärung ihres Hilfebedarfs. Dieses Klärungsverfahren dauert zwischen drei bis sechs Monaten. Das in Rede stehende Pilotprojekt ermöglicht es nun, dass die Jugendlichen, die montags in ihren Wohneinrichtungen eintreffen, die der Jugendhilfeträger im Auftrag des Kreisjugendamtes eingerichtet hat, bereits am Dienstag zur Schule gehen. Unterrichtet werden die Flüchtlingskinder von Mitarbeitern des Sozialraummanagements und von Lehrern der Realschule Waldbröl. Es ist ein Win-Win-Situation dadurch entstanden, dass das Pilotprojekt gemeinsam mit der internationalen Klasse intensiven Deutschunterricht anbietet, der von allen Beteiligten gerne angenommen wird. Die Finanzierung der Maßnahme erfolgt nach Sozialgesetzbuch VIII als Hilfe zur Erziehung, wobei das Land NRW Kostenträger ist. Kosten für die Stadt Waldbröl entstehen nicht. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Pilotprojekt für alle Beteiligten ein voller Erfolg ist; die betreuten Flüchtlingskinder werden als sehr motiviert bezeichnet. Aus den Grundschulen berichten die Schulleitungen, dass die Beschulung der Flüchtlingskinder im Großen und Ganzen unproblematisch verläuft. Es habe immer Seiteneinsteiger gegeben; der Unterschied bestehe lediglich darin, dass sich die Anzahl erhöht hat. Es gibt unterschiedliche Modelle, wie Flüchtlingskinder vor Ort beschult werden. So wird z.B. in der Grundschule Wiedenhof eine Stunde Deutsch und in der Grundschule Hermesdorf eine Stunde Mathematik zusätzlich angeboten. Es wird betont, dass die Einbindung der Flüchtlingskinder in den Schulalltag und der Kontakt mit gleichaltrigen Schulkameraden den Lernerfolg beschleunigt. Die Gesamtschule Waldbröl hat auch die Genehmigung für eine internationale Förderklasse beantragt. Z.Zt. sind alle Flüchtlingskinder in die Regelklassen integriert. Sollte sich Zahl der Flüchtlingskinder jedoch weiter erhöhen, erscheint eine Vorbereitungsklasse das geeignete Instrument, um die Beschulung zu intensivieren. Bei der Hauptschule hat man die Erfahrung gemacht, dass jüngere Flüchtlingskinder besser zu beschulen sind als ältere. Es wird darauf hingewiesen, dass die Hauptschule die zusätzliche Arbeit ohne externe Hilfe nur mit eigenen Ressourcen erledigt. Vor dem Hintergrund, dass die Hauptschule ausläuft, ist es nicht wahrscheinlich, dass der Hauptschule eine Förderklasse zugebilligt wird. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen könne man davon ausgehen, dass Flüchtlingskinder mindestens ein Jahr benötigen, um in einer Schulklassevoll mitarbeiten zu können.
Abschließend wird darauf hingewiesen, dass die Verlängerung der Schulpflicht bis 26 Jahre vom Gesetzgeber geplant ist, um eine zielführende Beschulung umzusetzen.
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |